Worte unseres Pastors aus dem aktuellen Gemeindebrief          Ausgabe 1.2023

 

Du bist ein Gott, der mich sieht. 1.Mose 16,13

 

Verschiedenste Programme hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht, um die steigenden Heiz- und Stromkosten und andere Folgen des Angriffs Russlands auf die Ukraine abzufangen.
Doch immer gibt es jemanden, der sagt: Und ich. An mich habt ihr nicht gedacht.
Mich überseht ihr. Ich brauche doch auch Hilfe und Unterstützung.

 

Auch wir leiden doch unter den gestiegenen Kosten und brauchen es, dass jemand
uns unter die Arme greift. Und es soll nachgebessert werden. Das Gefühl, übersehen zu werden, tut weh, und es hat oft auch etwas Kränkendes. Mancher sieht sich an den Rand geraten oder an den Rand gedrängt und begehrt dagegen auf. Er möchte beachtet werden. Er möchte gesehen werden: Ich bin doch auch wer. Ich bin es doch auch wert. Ein Beispiel für jemanden im Alten Testament,
der an den Rand gedrängt wird, ist Hagar, die Zweitfrau des Stammvaters Abraham.

 

Erst von Sarah, die keine Kinder bekommt, ihrem Mann angedient, wird Hagar dann,
als sie schwanger wird, von dieser bedroht und angegriffen. Sie flieht vor den Nachstellungen Sarahs in die Wüste und geht mit ihrem ungeborenen Kind einem ungewissen Schicksal entgegen.
Und eigentlich hat sie auch schlechte Karten gegenüber Sarah, die doch mit ihrem Mann Abraham die eigentlichen Träger von Gottes Verheißung auf Nachkommenschaft sind und mit denen Gott seinen Bund schloss, nicht aber Hagar, die in der biblischen Tradition eher Randfigur bleibt.

 

Wer ist sie schon? Nur eine ägyptische Magd. Aber auch Hagar begegnet ein Engel Gottes bei ihrer Flucht in die Wüste und gibt ihr eine Verheißung auf große Nachkommenschaft, und auch ihr Sohn wird seinen Platz finden in der Welt. Und auf die Worte des Boten Gottes antwortet Hagar mit dem Wort,
das die Jahreslosung für das Jahr 2023 sein soll: Du bist ein Gott, der mich sieht. Und weiter heißt es: Gewiss habe ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.

 

Und wenn dieses Wort uns so durch das neue Jahr begleiten soll, dann sollen wir uns wohl immer wieder daran erinnern: Wir sind welche, die von Gott gesehen werden. Gott hat uns im Blick, ganz gleich, in welcher Position wir uns gerade befinden, ob wir da Gefühl haben, obenauf zu sein oder an den Rand gedrängt zu sein.

 

Seine Augen schauen auf uns. Nicht nur der, der scheinbar vom Glück begünstigt ist
oder der unbeschadet durch die Krise kommt, ist von Gott gesegnet. Segen kann auch erfahren,
wer es schwer hat im Leben. Viele haben dies dann gerade auch erfahren in der Begegnung mit Jesus, der ihre Not sah, sie ansprach und ihr Leben veränderte. Bei ihm erfuhren sie Hilfe und Heilung, Beachtung und Anerkennung. Mögen in unserer Gegenwart viele Hilfe und Heilung, Beachtung und Anerkennung erfahren – durch andere Menschen. Aber darin oder darüber hinaus auch erkennen, wie Gott auf sie achthat mit Augen der Liebe, und darauf antworten mit ihrem Bekenntnis: Du bist ein Gott, der mich sieht.

Ihr Pastor Hartmuth Reincke

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Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas

 

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging,

dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit,
da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe,
ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth,
in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe;
die war schwanger.

 

Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden,
die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn
leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht!

 

Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

 

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

Eine gesegnete Adventszeit und frohe Weihnachten